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StayRaus

Eine Hütte als Bausatz: wie aus 8 Kabinen in einem Jahr 38 wurden

Art
Projekt
Jahr
Medium
Modulare Kabinen, Produktion, Lieferkette
Datei
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StayRaus-Kabinen in offener Landschaft zwischen Wiesen und Nadelbäumen

StayRaus ist ein Start-up, das kleine Kabinen an abgelegenen Orten in der Natur vermietet, für Menschen aus der Stadt, die ein paar Tage raus wollen. Im Juni 2022 kam ich als Cabin Production Lead dazu. Es gab acht Kabinen, jede brauchte acht Stunden für den Aufbau, und die Materialkosten stiegen. So konnte die Flotte nicht mit der Nachfrage wachsen.

Die Aufgabe: Wachstum ohne Qualitätsverlust

Gäste buchen bei StayRaus ein Versprechen: eine Hütte, die einfach, warm und sorgfältig gebaut ist. Jede neue Kabine musste dieses Versprechen halten, an Orten ohne Werkstatt, mit wechselnden Teams und unter Zeitdruck. Die Frage war also nicht nur, wie man schneller baut, sondern wie man schneller baut, ohne dass man es der Hütte ansieht.

Dunkle StayRaus-Holzkabine am Waldrand in der Dämmerung

Die Entscheidung: die Kabine als Bausatz

Aus der Architektur kenne ich das Denken in Achsmaßen und Bauteilen. Ich habe die Kabine deshalb nicht als Einzelstück behandelt, sondern als Bausatz: eine modulare Spezifikation mit festen Teilen, Maßen und Anschlüssen, die sich wiederholen, verbessern und an jedem Standort gleich aufbauen lässt. Dazu gehörte eine neue Montagemethode, die ich mit dem Team erarbeitet und geschult habe.

Innenraum einer StayRaus-Kabine mit Ofen, Tisch und Blick in den Wald

Der Prozess: Lieferkette und Baustelle

Mit zwölf Lieferanten habe ich Material, Konditionen und Markenpartnerschaften neu verhandelt und Ersatzstoffe gesucht, wo sie die Qualität nicht minderten. Auf den Baustellen galten feste technische Standards und Abläufe, damit jede Kabine gleich gut wurde, egal wer sie aufstellte. Und ich saß an der Schnittstelle zwischen Immobilien, Bau und Betrieb: Standorte, Bauteile und Buchbarkeit mussten zur selben Zeit fertig sein.

Das Wachstum war schneller als die Strukturen, die es getragen hätten. Rollen und Zuständigkeiten waren oft unklar, und viele Entscheidungen fielen ohne den baulichen Weitblick, den eine Produktion dieser Größe braucht. Das gehört zur ehrlichen Bilanz dieses Jahres.

StayRaus-Kabine am Feldrand im Abendlicht
StayRaus-Kabine mit Glasfront und Holzstufen am Waldrand

Das Ergebnis

Innerhalb eines Jahres wuchs die Flotte von 8 auf 38 Kabinen. Der Aufbau dauerte drei statt acht Stunden, die tägliche Kapazität stieg von einer auf drei Kabinen, und die Beschaffungskosten sanken um 21,1 %, bei gleichbleibender Bauqualität an jedem Standort. Mitgenommen habe ich zwei Dinge: wie man ein räumliches Produkt unter Druck zu einem System macht, und wie wichtig Klarheit und Rückhalt in einem Team sind, das schneller wächst als seine Organisation.

Küche einer StayRaus-Kabine mit Fensterband zum Wald